Tour-Details
| Tour Nummer | 38 |
| Datum | 12. - 21. September 2025 |
| Personen | Claus, Gottfried, Lothar |
| Dauer | 10 Tage |
| Gesamtstrecke | Distanz ca. 2800km |
| Bemerkung | Treffpunkt in Feldkirch / AT |
Picture-Book
Tour-Route
Travel-Report
Hautes-Alpes 2024 – Eine Traumtour vom Anfang bis zum Ende - 22 x über 2.500 m
Nachdem wir in den letzten Jahren wettertechnisch nicht immer nur auf der Son-nenseite unterwegs waren, müssen wir zugeben, dass wir mit unserer Tour in die Hautes-Alpes ein Traumwetter erwischt haben. Auch sonst war alles perfekt. Da konnten wir nicht meckern.
Die Tour sollte uns zu bekannten Zielen führen, bei denen wir wussten, dass Motor-radfahren mit vielen Pässen und Kurven im Vordergrund steht. Deshalb ging es (wieder einmal) ins italienisch-französische Grenzgebiet mit den Zentralalpen bis zur Cote d´Azur. Insgesamt 24 Pässe um bzw. über 2.000 Meter sollten wir bei die-ser Tour fahren. Sicher einmalig im Verhältnis zu den bisherigen Routen.
Als Treffpunkt griffen wir auf einen altbekannten Startort, nämlich Gasthof Schäfle in Feldkirch in Vorarlberg zurück. Claus konnte dort wieder sein Auto mit Anhänger abstellen. Meine Anreise erfolgte am Freitagnachmittag über Burghausen nach Marktl und weiter über die Autobahn vorbei an München und über Landsberg am Lech nach Lindau. Kurz dachte ich, dass wir mit dem Wetter wieder so unsere Probleme bekommen, als ich zwischen Altötting und Mühldorf in einen Schauer geriet. Danach wurde das Wetter aber immer besser und je weiter es nach Westen ging, desto weniger Wolken waren am Himmel.
In Österreich ist die Strecke durch den Pfändertunnel und vorbei an Bregenz bis Hohenems mautfrei. Das erspart viel städtisches Stop-and-go und ich kam gerade noch im Hellen in Feldkirch an. Nachdem ich im Hotel eingecheckt und meine Sachen auf dem Zimmer verstaut hatte, kam Claus mit Gespann angefahren. Noch schnell sein Moped abgeladen und dann beim Schäfle zu Abend gegessen. Die Küche ist sehr zu empfehlen.
Gottfried hatte kein entsprechend kulinarisches Abendessen, da er zu dieser Zeit sein Moped auf den Zug in Wien verladen musste. Über Nacht ging es für ihn mit dem Autoreisezug nach Feldkirch, wo er am kommenden Morgen eintraf und im-merhin ein schönes Frühstück zusammen mit uns einnehmen konnte.
Nachdem wir Anhänger und Auto von Claus gut abgestellt und den Schlüssel hinterlegt hatten, konnte es endlich losgehen. Über den Grenzübergang Schaanwald ging es nach Liechtenstein. Das Moped von Claus gab Laut bzw. eine Warnlampe zeigt auf und wir fürchteten, dass wir gleich zu Beginn der Tour ein Problem be-kommen könnten. Auf jeden Fall stimmte was mit dem Luftdruck nicht. Also ab zur nächsten Tankstelle und kontrollieren. Tatsächlich war der Luftdruck zu niedrig.
Dieses Problem war schnell behoben und eine Sichtkontrolle des Reifens brachte keine Erkenntnisse über ein größeres Problem. Also war der Plan Weiterfahren in der Hoffnung, dass das Thema damit behoben war. Dem war tatsächlich so, wir hat-ten keine weiteren technischen Herausforderungen mehr zu bewältigen, Claus hat-te einfach seinen Reifendruck schon länger nicht mehr kontrolliert gehabt.
Da wir keine große Lust auf den Stadtverkehr von Vaduz hatten, fuhren wir bei Schaan über den Rhein in die Schweiz. Über Buchs ging es nach Sargans und weiter über bekannte Pfade nach Landquart und von dort nach Chur. Wir folgten dem Rhein aufwärts bis Tamins bzw. Reichenau. Am Zusammenfluss von Vorder- und Hinterrhein folgten wir zweiterem und fuhren über Thusis entlang der Viamala-Schlucht bis Splügen.
In Splügen kann man entweder Richtung San Bernadino oder über den Splügen-pass fahren. Beides hatte seinen Reiz, vor allem, da wir beide Pässe bisher nur bei schlechtem Wetter gefahren waren. Wir entschieden uns für den Splügenpass und erreichten damit erstmals eine Höhe von über 2.000 m.
Auf der italienischen Seite ging es über Montespluga nach Chiavenna und von dort über Novale Mezzola entlang des Comer Sees bis Lecco. Fahrtechnisch gesehen ist diese Strecke kein Highlight, aber irgendwie muss man da durch und es geht zügig voran bis Monza und dann über den mautfreien Autobahnring um Mailand herum.
Hinter Magenta kamen wir ins Piemont und fuhren über Novara und Vercelli durch die Po-Ebene bis Trino. Vorbei an Asti und Molino Vecchio fuhren wir nach Alba. In der berühmten Trüffel- und Weinstadt quartierten wir uns im Hotel Calissano ein. Zentral gelegen ging es zu Fuß in die Altstadt von Alba, wo wir im Ristorante Pizzeria Cincilla eine schöne Flasche Barolo tranken und eine fantastische Steinpilz-Pizza aßen.
Claus hat beruflich öfter mit der Firma Ferrero zu tun, die bekanntermaßen in Alba ihren Firmensitz hat. Dies nahmen wir zum Anlass zu deren Firmenzentrale zu fahren, damit Claus ein Foto machen konnte. Ich selbst bin öfter in der Gegend, um Weine zu kaufen. Deshalb fuhren wir noch etwas in der Gegend umher und ich nutze die Chance meinen Freunden die Weinkultur zumindest verbal und optisch etwas näher zu bringen.
Über Tre Stelle ging es zunächst zum berühmten Weinort Barbaresco. Am Dorfplatz steht eine alte Kirche, die mittlerweile zu einer Vinothek umgenutzt wurde. Kirche und Wein passen bekanntlich gut zusammen. Weiter fuhren wir über Ca’ Bianca nach Serralunga. Von hier aus hat man einen fantastischen Blick auf beinahe das gesamte Barolo-Gebiet.
Danach ging es auf die andere Seite des Tals nach La Morra. Hinter Vergne verließen wir die berühmte Weinregion und steuerten ein Ziel an, an dem wir vor zwei Jahren gescheitert waren. Über Narzole und Bene Vagienna, sowie Trinita fuhren wir nach Cuneo. Weiter ging es über Borgo San Dalmazzo, Tetto Castello nach Limone Piemonte. Unser Ziel hier war der Tendepass bzw. der Tendetunnel.
Der Pass ist seit den verheerenden Unwettern im Oktober 2020 auf französischer Seite nicht mehr befahrbar. Dennoch wollten wir zumindest einen Blick riskieren und sind deshalb in Panice Soprana von der Hauptstraße abgebogen und zum Charlet la Marmotte gefahren. Dort endet die Asphaltstraße. Man begegnet hier jedoch der Ligurischen Grenzkammstraße, der wir ein wenig Richtung Osten gefolgt sind. Diese Straße wird primär von Wanderern oder Mountainbikern benutzt, wir wa-ren hier etwas fehl am Platz. Immerhin erreichten wir mit 1.940 m fast die magische Zahl von 2.000 und wir zählten damit die Nummer 2 in unserer Statistik (man muss insbesondere bei Statistiken immer flexibel sein).
Trotzdem war es dieser Abstecher wert und wir hatten einen wunderbaren Blick über die Grenze nach Frankreich sowie das Fort Central du Col de Tende. Zurück in Panice Soprana ging es zum Tendetunnel. Hier muss man wissen, dass eine Durchfahrt zu diesem Zeitpunkt nur einmal pro Stunde möglich war und man zu-dem hinter einem „Safety-Car“ nachfahren musste. Grund hierfür ist die Baustelle auf der französischen Seite. Natürlich fuhren wir in die Pole-Position, d. h. vorbei an den wartenden Autos und platzierten uns direkt hinter dem Service-Fahrzeug.
Frankreich erreichten wir im Tunnel und fuhren dann Richtung Süden über Tende nach La Giandola. Für den direkten Weg Richtung Meer war es uns noch zu früh, deshalb nutzen wir die Chance noch, um etwas durch die Seealpen zu fahren.
Über Sospel fuhren wir nach Moulinet und weiter über den Col de Turini nach Le Puey. In Lantosque schwenkten wir Richtung Süden und weiter ging es nach Saint-Jean la Rivière. Auf einer weiteren kleinen Nebenstraße fuhren wir über Utel-le und La Tour nach La Courbaisse. Etwas weiter südlich erreichten wir das Var-Tal und folgten dem Fluss über Saint-Martin-du-Var bis an die Küste zum Flughafen von Nizza. Claus hatte uns in Villeneuve-Loubet ein Apartment in der Ferienanlage Marina Baie des Anges gebucht.
Zunächst galt es, überhaupt den Zugang in das richtige der vier riesigen Häuser zu finden. Nach längerem Suchen und Diskutieren gelangten wir zum richtigen Por-tier. Dieser hatte jedoch keine Freigabe für uns. Grund war, dass wir während der Fahrt mehrere E-Mails erhalten hatten und z. B. unsere Ausweise hochladen, hät-ten müssen.
Nach längerem Hin und Her und der Abarbeitung der diversen E-Mails kam dann doch noch die Freigabe und wir erhielten den Schlüssel. Die nächste Herausforde-rung war, in der Tiefgarage den richtigen Stellplatz zu finden. Nach längerer Suche gaben wir es auf und parkten einfach am Rand der Zufahrt.
Auch der Weg ins Apartment im sechsten bzw. neunten Stock, je nachdem von wel-cher Seite man ins Gebäude ging, erwies sich als Herausforderung. Irgendwie bekamen wir es aber dann doch noch hin und beschlossen, uns vor dem Abendessen noch ins Meer zum Schwimmen zu begeben.
Das Abendessen nahmen wir unmittelbar am Hafen im Restaurant Léo Léa - As-siette au Boeuf ein.
Der nächste Tag startete zunächst mit Räumen und Säubern vom Apartment. Das kommt davon, wenn man kein Hotel bucht! Claus persönlich hat den Staubsauger in die Hand genommen. Nachdem das erledigt war und wir unsere Mopeds wieder aus der Tiefgarage befreit hatten, ging es zum Frühstück nochmals in die Marina Baie des Anges. Im Léo Léa - Pains et Gâteaux gab es ein typisch französisches Frühstück.
Jetzt war aber wieder Mopedfahren angesagt. Unser Startpunkt lag logischerweise auf Meereshöhe. Das sollte sich im Lauf des Tages aber deutlich ändern. Zurück über Saint-Martin-du-Var fuhren wir nach La Courbaisse. Wir folgten der Tinée über Clans und Isola bis Saint-Étienne-de-Tinée.
Ab hier ging es richtig bergauf, nämlich zum höchsten Punkt unserer Tour insge-samt, der Cime de la Bonette auf 2.860 m. Die Mopeds kommen da allerdings nicht rauf, die mussten auf 2.802 m stehen bleiben und warten, bis wir unsere „Bergtour“ geschafft hatten. Damit hatten wir zum dritten Mal die 2.000 m erreicht. Richtung Norden ging es weiter über Jausiers und von dort nach Barcelonnette. Über Uver-net-Fours und Le Villard d'Abas kamen wir zum Col de la Cayolle (Nummer 4). Wir passierten Entraunes und bogen in Saint-Martin-d’Entraunes Richtung Val Pelens ab und kamen zum Col des Champs (Nummer 4). In Colmars ging es wieder Rich-tung Norden und wir fuhren über Allos und dem Col d´Allos (Nummer 5) nach Les Agneliers.
Unser nächstes Quartier war das Auberge de Pra-Loup in dem kleinen Bergdorf Pra-Loup zu dem wir Uvernet-Fours kamen. Pra-Loup ist eines der größten Skige-biete der südlichen Alpen und war auch bereits mehrmals Zielankunftsort der Tour de France.
Das Auberge de Pra-Loup ist ein nettes kleines Hotel, wo wir auch ein vernünftiges Abendessen bekamen. Leider lässt der Komfort etwas zu wünschen übrig, so gab es nur eine Etagen-Toilette. Ein Standard, den man in dieser Form schon lange nicht mehr gewohnt ist. Aber für eine Nacht ging es. Frankreich ist hier ohnehin etwas einfacher gestrickt als andere Regionen Europas.
Am 5. Tag fuhren wir von Pra-Loup erneut nach Barcelonnette und über Jausiers nochmals zur Cime de la Bonette (Nummer 6), jedoch dieses Mal von Norden kom-mend. Über Saint-Étienne-de-Tinée ging es nach Isola. Hier bogen wir ab und über Isola 2000 ging es zur italienischen Grenze am Col de la Lombarde (Nummer 7).
Bergab fuhren wir bis Pratolungo-Roviera. Hier bogen wir Richtung Westen und damit wieder Richtung Frankreich ab und kamen über Sambuco und Bersezio zum Colle della Maddalena, wie er in Italien heißt bzw. zum Col de Larche in französi-scher Lesart. Dies war dann gleichzeitig die Nummer 8 der 2.000er. Kurz vor Val-d'Oronaye bekamen wir bei einer kurzen Rast von einem freundlichen Straßenbau-arbeit den Tipp, zügig, bis Saint-Paul-sur-Ubaye zu fahren, da zeitnah die Straße gesperrt werden würde.
Diesem Rat folgten wir sofort, da wir ansonsten wieder zurück und einen weiten Umweg hätten fahren müssen. So kamen wir zur Nummer 9, dem Col De Vars. Wei-ter ging es über Vars nach Guillestre. Wir folgten dem Guil-Tal aufwärts bis zu einer weiteren bereits vorab angekündigten Straßensperre. Natürlich hatten wir diese Schilder geflissentlich ignoriert.
Zunächst waren wir etwas ratlos und glaubten, zurück bis Guillestre und dann über die Nationalstraße N94 nach Norden fahren zu müssen. Aber ein paar Ortskundige wussten einen kleinen Weg über Montbardon, der sich zunächst über Serpentinen nach oben schlängelte und uns dann über eine kurvige und sehr staubige Schot-terpiste einige Kilometer bis in die Nähe von Fort Queyras brachte.
Zurück in der verkehrstechnischen Zivilisation ging es über Arvieux zum Col d'Izoard, der unsere Nummer 10 bei den Pässen über 2.000 m war. Über Cervières kamen wir nach Briançon und fuhren weiter Richtung La Salle-les-Alpes. Den Col du Galibier ließen wir dieses Mal aus (rechts liegen) und kamen über Villar-d'Arêne und vorbei am Lac du Chambon nach Mizoën.
Unser Ziel L'Alpe d'Huez fuhren wir quasi von hinten her an über Clavans-le-Haut und Le Perron. L'Alpe d'Huez ist ein riesiger Wintersportort und liegt auf ca. 1.860 m. Kurz vor der Ankunft waren wir deshalb nochmals bei ca. 2.000 m angekommen (Nummer 11).
Im Herbst ist hier touristisch eher Flaute. Unser sehr zentral gelegenes Hotel PopAlp empfahl uns zwei Restaurants in der Nähe. Das eine hatte Betriebsurlaub, das zweite war ausgebucht.
Nach längerer Internetrecherche landeten wir nach einem anstrengenden Fußmarsch (es ging steil bergauf) in einer kleinen Straßenpizzeria - Allo Papa -, die primär auf Liefern bzw. Abholen eingestellt war. Trotzdem bekamen wir eine sehr gute Pizza mit je einer Flasche Bier. Irgendwie dazugehörig oder doch getrennt, da zwar mit Durchgang, aber zwei Eingangstüren versehen, war noch eine kleine Bar (La bamboche) angeschlossen, in der wir dann nochmals ein Bier, diesmal aber gezapft bekamen. Der Magen war voll, die Laune war gut und so ging es bergab zurück zum Hotel.
Nach einem guten französischen Frühstück ging es am nächsten Tag wieder berg-ab und wir fuhren über Huez und La Garde nach Rochetaillée. Hier bogen wir rechts ab und kamen über Allemond und Le Rivier d'Allemont nach Chalets du Rieu Claret und weiter zum Col du Glandon (Nummer 12, wenngleich knapp unter 2.000 m – aber so genau ging es ja nicht).
Über Saint-Colomban-des-Villards ging es weiter nach La Chambre und von dort über Saint-François-Longchamp zum Col de la Madeleine (Nummer 13, allerding noch etwas knapper unter 2.000 m, aber wir sind da großzügig zu uns selbst). Über La Léchère ging es nach Grand-Aigueblanche. Jetzt blieb uns nur die Nationalstra-ße über Moûtiers bis Bourg-Saint-Maurice.
Nachdem wir mit den 2.000ern etwas im Hintertreffen waren, beschlossen wir nochmals richtig hoch hinauszufahren und schlugen den Weg über Sainte-Foy-Tarentaise und Val-d'Isère zum Col de l'Iseran ein. Der muss sich mit 2.764 m wahr-lich nicht verstecken und wir machten einen großen Haken hinter der Nummer 14.
Direkt auf der Passhöhe machten wir die Wende und fuhren zurück über Val-d'Isère nach Sainte-Foy-Tarentaise. Über Le Villaret und La Combaz erreichten wir La Ro-sière und kamen so zur Nummer 15, dem kleinen Sankt Bernhard Pass, der mit 2.188 m gar nicht so klein ist. Über La Thuile und Pré-Saint-Didier kamen wir nach Aosta.
Claus hatte uns ein Zimmer im Hotel Étoile Du Nord gebucht, welches auch schon mal bessere Tage gesehen hatte. Abendessen war hier Fehlanzeige. Ein Fuß-marsch entlang der Hauptstraße brachte uns nur zu einem Restaurant, welches Betriebsurlaub hatte. So mussten wir uns ein Taxi nehmen, welches uns zur Osteria dell Oca in der Innenstadt von Aosta bracht. Die Empfehlung vom Taxifahrer war hervorragend und auch der örtliche Wein aus dem Aostatal war nicht übel. Deshalb durfte uns der Taxler nach dem Essen auch wieder zurückbringen.
Der nächste Tag führte uns von Aosta über Gignod und Saint-Rhémy zum Großen Sankt Bernhard Pass (Nummer 16) und damit wieder in die Schweiz. Über Bourg-Saint-Pierre und Sembrancher kamen wir nach Martigny. Wir folgten der Rhone aufwärts über Riddes, Sion, Sierre und Visp bis Brig-Glis. Über den Simplon-Pass (Nummer 17 – obwohl fünf Meter fehlen) und den Ort Simplon ging es wieder nach Italien.
Vorbei an Varzo und Domodossola bogen wir bei Masera nach Osten ab. Über Ma-lesco und Finero ging es über eine sehr kleine und kurvenreiche Strecke bis O-rasso und weiter bis Cannobio am Lago Macchiore. Unser Hotel Il Portico by LVG Hotel Collection lag direkt an der Uferpromenade mit einem wunderbaren Blick auf den See. Nach einer angenehmen Abkühlung im See, ging es ins Ristorante e Pizza L' Imbuto ebenfalls direkt an der Uferpromenade.
Nach einem ausgiebigen Frühstück am See fuhren wir von Cannobio entlang des Lago Maggiore über San Bartolomeo wieder in die Schweiz. Von Ascona ging es nach Tenero-Contra. Hier verließen wir den Lago Maggiore und fuhren über Cadenazzo und Mezzovico-Vira nach Lugano am Luganer See. Wir folgten dem See und kamen erneut nach Italien. Bei Porlezza verließen wir den Luganer See. Den Comer See erreichten wir wenig später bei Menaggio.
Entlang der nächsten Uferstraße ging es über Pianello del Lario und Dongo bis Ge-ra Lario. Letztlich waren wir froh, das Seengebiet verlassen zu können. Landschaft-lich ist es hier zwar durchaus reizvoll, aber der Verkehr ist enorm und die Strecken für Motorradfahrer nicht unbedingt spannend. Über Trivio Fuentes und Sondrio fuh-ren wir nach Tresenda.
Hier bogen wir nach Norden ab und fuhren über Madonna di Tirano bis Tovo di Sant’Agata. Wir wollten Richtung Passo del Mortirolo abbiegen. Allerdings war die Straße gesperrt. In aller Regel lassen wir uns von so einem Schild nicht abhalten. In diesem Fall war die Ausweichstraße über Grosio jedoch nicht weit entfernt und eine ebenso schöne Alternativstrecke. Über den Passo del Mortirolo, der leider nur 1.852 Meter hoch ist und deshalb keinen Eingang in die Statistik bekam, kamen wir nach Monno und fuhren bis Ponte di Legno.
Hier beginnt eine Passstraße, die aus meiner Sicht zu den schönsten Straßen für Motorradfahrern zählt, die Straße zum Gaviapass (eindeutig Nummer 18). Nach der Passhöhe ging es über Santa Caterina Valfurva nach Bormio und von dort über San Carlo und den Passo di Foscagno (Nummer 19) nach Livigno.
In Livigno waren wir ja schön öfter zu Gast. Dieses Mal quartierten wir uns im Hotel Touring ein. Zum Essen ging es ins Ristorante Pizzeria Cervo. In Livigno kann man günstig übernachten, essen, einkaufen und tanken. Die Zollermäßigung macht es möglich.
Am kommenden Tag ging es zunächst die Strecke vom Vortag zurück über den Passo di Foscagno (Nummer 20) und San Carlo bis Bormio. Richtung Norden kommt man zu einem der bekanntesten und höchsten Bergpässe der Alpen, dem Stilfser Joch. Allerdings hatten wir einen etwas anderen Plan und bogen kurz vor der Passhöhe ab und fuhren über den Umbrail-Pass (Nummer 21) in die Schweiz bis nach Val Müstair.
Kurz vor Taufers im Münstertal kamen wir erneut nach Italien. Über Lichtenberg und Prad am Stilfser Joch kamen wir nach Gomagoi. Erneut ging es Richtung Stilfser Joch, jetzt jedoch von Norden kommend. Die Passhöhe liegt bei stolzen 2.757 m und ist damit eindeutig unsere Nummer 22. Erneut fuhren wir über den Umbrail-Pass (Nummer 23) erneut nach Val Müstair in der Schweiz.
Über den Ofenpass (Nummer 24) fuhren wir ins Inntal und kamen über Zernez nach Susch und weiter über Scuol und Martina nach Vinadi. Hier bogen wir ab ins nächste zollermäßigte Gebiet, nämlich nach Samnaun. Auch hier waren wir schön öfter zu Gast und quartierten uns im Hotel Garni Muttler Alpinresort & Spa ein, in welchem wir tatsächlich auch schon einmal waren.
Zum Abendessen ging es in die amerikanisch anmutende Kneipe EL RICO - Steakhouse & Burger. Trotz Steuerermäßigung ist Samnaun insgesamt relativ teuer. Ist eben die Schweiz.
Wegen unserer guten Tourplanung konnten wir auch am letzten Tag noch einige gemeinsame Kilometer fahren. Von Samnaun ging es Richtung Österreich. Über Pfunds fuhren wir nach Landeck. Über St. Anton am Arlberg fuhren über den Arl-bergpass nach Rauz und weiter über Zürs bis Lech am Arlberg. In Warth bogen wir nach Westen ab zum Hochtannbergpass und kamen über Schröcken und Schop-pernau nach Mellau. Leider gibt es in Vorarlberg keinen Pass, der auch nur annä-hernd an die 2.000 m herankommt.
Weiter ging es über Egg bis Krumbach. Hier mussten wir uns von Claus verab-schieden, der zurück nach Feldkirch fuhr und dort sein Moped wieder auf den An-hänger verlud und heim nach Zirndorf zog.
Gottfried hatte noch reichlich Zeit, sein Zug fuhr erst spät abends. Wir fuhren des-halb weiter über Unterlitten Richtung Deutschland. Über Oberstaufen ging es nach Immenstadt im Allgäu und weiter über Sonthofen nach Bad Hindelang. Über den Jochpass fuhren wir nach Wertach und weiter bis Oy-Mittelberg.
Hier ging es auf die Autobahn. Am Autobahndreieck Allgäu fuhr Gottfried zurück Richtung Österreich und verlud sein Moped in Feldkirch wieder auf den Zug. Über Nacht ging es für ihn wieder nach Wien.
Der Rest der Tour führte mich über Kempten und Kaufbeuren bis Buchloe und wei-ter über die Autobahn von Landsberg am Lech vorbei an München und von dort bis Marktl. Über Burghausen kam ich zurück nach Österreich und fuhr heim nach Os-termiething.
Das Fazit dieser Tour: Besser geht es nicht! Traumhaftes Wetter, tolle Strecken, ho-he Berge, Meer, Seen und vieles mehr. Auf den gemeinsam gefahrenen 2.800 km haben wir, wie bereits ausgeführt, 24 Pässe um oder über 2.000 m überwunden. Viermal waren wir über 2.700 m. Eine der besten Touren, die wir jemals gefahren sind. Ich glaube die Haute-Alpes werden uns nochmals sehen.
Lothar
>




























